Ausstellung in der Maag-Halle Zürich Dezember 2024
Das bekannteste Beispiel ist der Thronsessel, den Tutanchamun in seinen ersten Regierungsjahren benutzte. Auch in der Kunst wirkt die Amarna-Zeit noch lange nach, was besonders an den Elementen Statik und Perspektive zu sehen ist. Somit ist eine erzwungene Abkehr vom alten religiösen Kurs recht unwahrscheinlich, denn in diesem Fall wäre es zu einem Bildersturm gekommen, wobei darauf geachtet worden wäre, sich genau von den alten Stilen abzugrenzen. Es gibt zahlreiche Verbindungen, so dass Ägyptologen die Pharaonen Tutanchamun und Eje ebenfalls zur Amarna-Zeit zählen (manchmal differenziert durch die Zeitangabe „nach Amarna“).
Tutanchamun
Die Schätze des Pharaos
Die Ausstellung nimmt uns 3'400 Jahre zurück in die Nil-Region, von den fruchtbaren Uferstreifen des Flusses bis hin zur trockenen Wüste, in der atemberaubende Bauwerke errichtet wurden.
Tutanchamun war ein altägyptischer König (Pharao) der 18. Dynastie, der etwa von 1332 bis 1323 v. Chr. regierte.
Bekannt wurde er, als Howard Carter 1922 im Tal der Könige sein nahezu ungeplündertes Grab ent-deckte.
Tutanchaton bestieg vier Jahre nach dem Tod Echnatons den Thron Ägyptens. Dazwischen lag vermutlich eine dreijährige Regentschaft des Semenchkare beziehungsweise eines Herrschers mit dem Thronnamen Anch-cheperu-Re. Die Identi-täten dieser beiden Personen sind unbekannt.
Herrschaft
Auf Grund seines sehr jungen Alters besteht die Vermutung, dass der Kindkönig durch den Druck der Priesterschaft, hoher Beamter und wohl auch durch Eje, der den Titel „Gottesvater“ führte, stark beeinflusst wurde. Der unmündige König war leicht dazu zu bringen, die Verehrung des Gottes Aton zu beschränken und die Verhältnisse vor Echnatons „Revolution“ wiederherzustellen. Dies zeigt sich in der langsamen Abwendung vom Atonkult zu Beginn und während seiner Regierungszeit. Tutanchamun nimmt bei seiner Thronbesteigung den Thron-namen „Neb-cheperu-Re“ an und wird mit Anche-senpaaton, der dritten Tochter Echnatons, die somit seine Schwester oder Halbschwester war, vermählt.
Der bedeutendste Beleg für die unter Tutan-chamun durchgeführte Politik ist seine später von Haremhab in Beschlag genommene „Stele der Restauration“, die in Karnak aufgefunden wurde. Auf ihr wird der Verfall des Reiches unter Aton beschrieben, und er proklamiert die Rückkehr zu den alten Göttern. Im ganzen Land lässt der junge Pharao die Tempel der alten Götter restaurieren. Im Luxortempel wird die Dekoration der Kolonnade vollendet, Karnak erhält zwei neue Kapellen und an der Sphinxallee wird wieder gearbeitet. In Medinet Habu baut er an seinem Totentempel (vielleicht der ehemalige Tempel des Anch-cheperu-Re). Von Gizeh bis nach Nubien gibt es Hinweise auf seine Bautätigkeit. Der Übergang von der Amarna-Zeit vollzog sich jedoch nicht plötzlich: In Tutanchamuns Grab befinden sich zahlreiche Gegenstände, auf denen das klassische Motiv der Amarna-Zeit – Aton als lebensspendende Sonnenscheibe – zu sehen ist.
Todesursache
Bei der CT-Untersuchung von 2005 stellte sich heraus, dass die Todesursache Tutanchamuns kein Schlag auf den Kopf gewesen sein kann, da keinerlei auf diese Art verursachten Verletzungen am Schädel festgestellt werden konnten. Zur allgemeinen Überraschung ist ein bislang unent-deckter Oberschenkelbruch des linken Beins fest-gestellt worden. Einige Spezialisten desselben Untersuchungsteams erkannten auch einen Bruch des linken unteren Oberschenkels, dazu einen Bruch der rechten Kniescheibe und des rechten unteren Beines. Der Befund legt nahe, dass die Brüche vor dem Tode Tutanchamuns durch einen Unfall verursacht wurden; Hinweise auf einen Mord ergaben sich nicht. Die meisten Ägyptologen gehen inzwischen von einem Jagdunfall aus, der den späteren Tod Tutanchamuns verursachte. Zahi Hawass schloss sich dieser These an und bestritt energisch die Ernsthaftigkeit einer Mordtheorie, was jedoch im Gegensatz zu früheren Äußerungen steht. Diese müssen jedoch keine ernsthafte Grundlage gehabt haben und können auf anderen Motiven (Presse, Tourismus) basieren.
Die CT-Untersuchung vom 6. Januar 2005 ergab ein Todesalter von 18 bis 20 Jahren und entsprach früheren wissenschaftlichen Schätzungen des Anatomen Douglas E. Derry (1882–1969) von der Universität Kairo, des Röntgenologen Ronald George Harrison (1921–1983) von der University of Liverpool, des Zahnchirurgen Frank Filce Leek (1903–1985) von der University of Manchester und der Biologin und Ägyptologin Renate Germer von der Universität Hamburg. Leek verwies hierzu 1972 auf einen Tagebucheintrag Carters vom 14. November 1925:
„Das Ergebnis der Studie von Dr. Derry und Bey’s über das Knochengerüst der bisher freigelegten Mumie hat es ihnen ermöglicht, eine eindeutige Aussage über das Alter von Tutanchamun zu treffen. Diese umstrittene Frage wurde nun geklärt und sein Alter definitiv auf die Altersgrenze zwischen 17 und 19 Jahren festgelegt. Sobald die oberen Teile der Mumie untersucht sind, wird eine noch genauere Aussage möglich sein.“
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