Mittelasien 2022
Vor uns liegt Kavala. Mit Absicht wählen wir die Fahrt durch die engen Strassen der Stadt.
Kavala ist eine der schönsten Städte in Griechen-land. Der Hafen wird seit 2002 nicht mehr als Verladehafen genutzt, sondern nur noch als Liegeplatz für Fischerboote, Motor- und Segel-jachten und für die Fähren nach Thasos, Limnos und Lesbos.
Das sehr gut erhaltene Aquädukt wurde vor einigen Jahren gereinigt und repariert. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Es ist wahrscheinlich römischen Ursprungs, aber die gegenwärtige Struktur stammt aus dem 16.Jahrhundert.
Während der Regierung des Sultan Suleiman des Prächtigen wurden umfangreiche Instandsetz-ungen und Verbesserungen der byzantinischen Befestigungsanlage und des Aquädukts gemacht.
Es ist 25 m hoch, 280 m lang und enthält 60 Bögen.
Die Altstadt liegt direkt über den Hafen und ist mit ihren alten Häusern im türkischen Stil, den verwinkelten Gassen und Treppen die Haupt-attraktion von Kavala.
Wir beschliessen, die langweilige Autobahn zu meiden und dafür auf Nebenstrassen (!) auszuweichen.
Zuerst ist die Strasse zwar eng, aber doch noch moderat. Sie kämpft sich in Serpentinen und durch Oliven-haine den Berg hinauf.
Dann plötzlich treffen wir auf eine Furt - zu unserer Freude mit Wasser.
Ich lasse es mir nicht nehmen und fahre mehrmals durch das Wasser. Dabei werden auch noch die Räder von der Hundepisse vor ein paar Tagen gereinigt. Sylke steigt aus um zu filmen.
Nach etwa einer Stunde bzw. etwa 25 km wird die Strasse breiter. Zu beiden Seiten liegen Betonrohre für eine Kanalisation bereit. Wollen die hier eine Autobahn bauen? Wir finden es merkwürdig.
Das ist plötzlich Halt: Vor uns stehen Bagger und andere schwere Baumaschinen. Sie brechen den Boden auf und reissen das Wurzelwerk der zuvor gefällten, Jahrhunderte alten Olivenbäume aus dem Boden.
Schon seit einer Weile fahren wir fast nur noch im ersten Gang, also Schritttempo. Und jetzt müssen wir zudem noch warten, bis die Strasse freigeben wird.
Und wiederum überraschend stehen wir vor einem Geröllhaufen, an welchem sich ein Bagger zu schaffen macht. Wollen wir nochmals warten? Nein!
Ich setze ein Stück zurück und nehme die obere "Fahrbahn". Dann geht es wieder gemächlich weiter.
Den heutigen Übernachtungsplatz haben wir anhand von Google Maps ausgesucht, eine Stelle inmitten von Buschwerk und am Strand.
Zuerst müssen wir die Abfahrt von der breiten Baustellenpiste suchen und dann zwischen Büschen hindurch auf einem ausgewaschenen Weg nach unten fahren.
Das WoMo wird beidseitg von den Ästen der Büsche "geliebkost".
Was wir nicht wissen konnten war, dass der Weg bis zum Strand nicht befahrbar ist und dass der Strand nur felsig ist.
Auf halbem Weg, als wir auf einem grösseren Platz ankommen, finden wir noch einen Weg, der uns weiter nach unten führt. Wir steigen aus und besichtigen den weiteren Weg, bevor wir blindlings hineinfahren. Sylke bleibt jetzt draussen und zeigt mir, wo sich grosse Steine befinden, die ich von innen kaum sehen kann. Sie zeigt mir auch den Weg wo ich durchfahren kann, um zu vermeiden, dass das Fahrzeug zu grossen Verschränkungen ausgesetzt ist.
Während ich das Abendessen zubereite, steigt Sylke nach unten um die Tierwelt im Wasser zu beobachten.
Wir beschliessen, morgen früh nochmals zusam-men hinunterzusteigen.
Ein schöner Stein im Wasser -
und eine Krabbe
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