Mittelasien 2022

26. Mai 2022   Orfano

Nach dem Gewitter in der vergangenen Nacht sieht der Strand frisch aus.

Bei unserem morgendlichen Spaziergang finden wir wieder viele schöne Muscheln und Steine.

Rote Seeanemonen haften an den Felsbrocken und lassen sich von der Brandung wiegen.


Nach einem ausführlichen Frühstück geht die Fahrt weiter.



Vor uns liegt Kavala. Mit Absicht wählen wir die Fahrt durch die engen Strassen der Stadt.

Kavala ist eine der schönsten Städte in Griechen-land. Der Hafen wird seit 2002 nicht mehr als Verladehafen genutzt, sondern nur noch als  Liegeplatz für Fischerboote, Motor- und Segel-jachten und für die Fähren nach Thasos, Limnos und Lesbos.

Das sehr gut erhaltene Aquädukt wurde vor einigen Jahren gereinigt und repariert. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Es ist wahrscheinlich römischen Ursprungs, aber die gegenwärtige Struktur stammt aus dem 16.Jahrhundert.

Während der Regierung des Sultan Suleiman des Prächtigen wurden umfangreiche Instandsetz-ungen und Verbesserungen der byzantinischen Befestigungsanlage und des Aquädukts gemacht.

Es ist 25 m hoch, 280 m lang und enthält 60 Bögen.

Die Altstadt liegt direkt über den Hafen und ist mit ihren alten Häusern im türkischen Stil, den verwinkelten Gassen und Treppen die Haupt-attraktion von Kavala.

Wir beschliessen, die langweilige Autobahn zu meiden und dafür auf Nebenstrassen (!) auszuweichen.

Zuerst ist die Strasse zwar eng, aber doch noch moderat. Sie kämpft sich in Serpentinen und durch Oliven-haine den Berg hinauf.

Dann plötzlich treffen wir auf eine Furt - zu unserer Freude mit Wasser.

Ich lasse es mir nicht nehmen und fahre mehrmals durch das Wasser.  Dabei werden auch noch die Räder von der Hundepisse vor ein paar Tagen gereinigt. Sylke steigt aus um zu filmen.

Nach etwa einer Stunde bzw. etwa 25 km wird die Strasse breiter. Zu beiden Seiten liegen Betonrohre für eine Kanalisation bereit. Wollen die hier eine Autobahn bauen? Wir finden es merkwürdig.


Das ist plötzlich Halt: Vor uns stehen Bagger und andere schwere Baumaschinen. Sie brechen den Boden auf und reissen das Wurzelwerk der zuvor gefällten, Jahrhunderte alten Olivenbäume aus dem Boden.

Schon seit einer Weile fahren wir fast nur noch im ersten Gang, also Schritttempo. Und jetzt müssen wir zudem noch warten, bis die Strasse freigeben wird.


Und wiederum überraschend stehen wir vor einem Geröllhaufen, an welchem sich ein Bagger zu schaffen macht. Wollen wir nochmals warten? Nein!

Ich setze ein Stück zurück und nehme die obere "Fahrbahn". Dann geht es wieder gemächlich weiter.

Den heutigen Übernachtungsplatz haben wir anhand von Google Maps ausgesucht, eine Stelle inmitten von Buschwerk und am Strand.

Zuerst müssen wir die Abfahrt von der breiten Baustellenpiste suchen und dann zwischen Büschen hindurch auf einem ausgewaschenen Weg nach unten fahren.

Das WoMo wird beidseitg von den Ästen der Büsche "geliebkost".

Was wir nicht wissen konnten war, dass der Weg bis zum Strand nicht befahrbar ist und dass der Strand nur felsig ist.

Auf halbem Weg, als wir auf einem grösseren Platz ankommen, finden wir noch einen Weg, der uns weiter nach unten führt. Wir steigen aus und besichtigen den weiteren Weg, bevor wir blindlings hineinfahren. Sylke bleibt jetzt draussen und zeigt mir, wo sich grosse Steine befinden, die ich von innen kaum sehen kann. Sie zeigt mir auch den Weg wo ich durchfahren kann, um zu vermeiden, dass das Fahrzeug zu grossen Verschränkungen ausgesetzt ist.

Während ich das Abendessen zubereite, steigt Sylke nach unten um die Tierwelt im Wasser zu beobachten.

Wir beschliessen, morgen früh nochmals zusam-men hinunterzusteigen.

Ein schöner Stein im Wasser -

und eine Krabbe

28. Mai 2022  Alexandroupolis

Bevor wir weiterfahren, heute mit Ziel Alexandrou-polis, wo wir die Gruppe treffen werden, steigen wir nochmals zur Küste hinunter und bringen ein paar schöne Bilder mit.




Dann geht die Fahrt zurück auf die "Hauptstrasse", die gestrige Schotterpiste.

Der Weg zurück durch die Büsche und an den grossen Steinen vorbei, welche im Weg und am Rand stehen, ist anspruchsvoll.  Wir wollen keinen  Schaden am Fahrwerk riskieren, darum geht Sylke den Weg voraus und zeigt mir wie ich zu fahren habe.




Zur Teamleitung gehören Gerhard und Nelly, welche für die Routenführung und alles organi-satorische zuständig sind.

Mirka und Gerd kenne  ich bereits von der Reise nach Australien. Mirka ist fürs Finanzielle verant-wortlich und Gerd ist der Mann fürs Grobe. Er kümmert sich um alle technischen Probleme, organisiert aber auch Grillabende und noch vieles mehr.




Am Abend gehen wir in ein nahegelegenes Restaurant, wo wir von der Reiseleitung zum ersten gemeinschaftlichen Essen eingeladen werden.

Es beginnt mit einem griechischen Salat und anschliessen folgt eine grosse Fleischplatte. Für Fischliebhaber zerlegte Gerd noch einen grossen Fisch und legt und die Stücke auf unsere Teller.





Kurz vor dem Campingplatz am Stadtrand von Alexandroupolis kaufen wir noch ein.

Um 14 Uhr 30 kommen wir an und um 15 Uhr findet das erste Meeting statt.

Wir kennen uns alle seit dem Teilnehmertreffen, mehr oder wenig flüchtig.


Wir bekommen die Strassenkarten für alle Länder, die wir bereisen wollen. Aber eigentlich wollen wir mit dem Handy und Tablets navigieren und haben darum Organic Maps geladen. Die Reiseleitung will uns jeden Abend die Strecke vom nächsten Tag aufs Handy laden. Aber eine ausgebreitete Karte bietet einen ganz anderen Überblick.




29. Mai 2022  Tekirdag

Nach 36 Kilometern sammeln wir uns kurz vor der Grenze, um diese gemeinsam zu passieren.

Auf der türkischen Seite wartet schon unser Türkei-Guide Günay auf uns.

Um Griechenland zu verlassen müssen wir mit Fahrzeug- und Personalausweisen zu einem Schalter. Schnell sehen wir, dass das Arbeitstempo nicht unseren Vorstellungen entspricht. Aber was solle es - wir haben ja Zeit.

Jedenfalls ist es gut, dass die Fahrzeuge nicht durchsucht werden und wir auch nicht ausräumen mussten.






Nach einer gefühlten Stunde verlassen wir Griechenland und überqueren einen Kilometer Niemandsland. Auf der Grenzbrücke stehen sich bewaffnete, aber entspannte Soldaten zu beiden Seiten gegenüber.

Dann kommen wir zum monumentalen Grenz-gebäude der Türkei.

Auch jetzt ist wieder Warten angesagt bis endlich klar wird, wer was sehen will.

Das Besondere ist, dass hier die Einfuhr der Fahrzeuge registriert wird.

Dann sind wir endlich durch.





Am Abend brate ich den Octopus, den wir in Griechenland gekauft haben, zusammen mit Kartoffeln und Paprika, "Pulpo gallega con patatas".


Günay wartet auf uns und übergibt uns das Startgeld, türkische Lira im Wert von etwa 50 Franken, sowie eine SIM-Karte, damit wir leicht und günstig ins Internet kommen. Später zeigt sich, dass nur günstig stimmt, leicht war es nicht. Die angebliche geladenen 20 GB sind über Nacht ohne besondere Aktivitäten aufgebraucht und das Team bemüht sich, die Ursache zu finden.

Zudem bekommen wir noch eine Vignette für die Autobahn, welche mit Guthaben geladen ist, dass es für die ganze Dauer in der Türkei reichen soll.

Aber vorerst geht es weiter.

Wir fahren nach Tekirdag am Marmara-Meer. Um die Autobahn zu meiden fahren wir über hügliges Gelände, immer in Küstennähe. In den kleinen Dörfern bleiben die Menschen oft stehen und schauen uns nach. Offensichtlich ist dies keine touristisch erschlossene Gegend und man wundert sich noch.



Es ist Samstag und die Menschen fahren zum Picknick, um das Wochenende zu geniessen. Sie sitzen auf Decken in den Wiesen und lassen den Abfall liegen. Dies ist jedenfalls der Eindruck den man bekommt wenn man den Unrat sieht. 

Die Autos stellen sie kreuz und quer an den Strassenrändern ab und es kümmert sie nicht, wenn sie damit den Durchgangsverkehr behindern.


30. Mai 2022  Istanbul Tag 1

Heute fahren wir nach Istanbul. 

Die Empfehlung, nicht zu früh loszufahren weil wir sonst im Morgenstau stehen würden, bewahrt uns nicht davor, es könnte aber durchaus auch schlimmer sein.

Das Navi leitet uns über die mittlere der drei Brücken nach Asien. Die Maut für die Brücke, aber auch für die Autobahnen wird automatisch in unserem Konto abgebucht. Sollten wir dieses überziehen, werden wir bei der Ausreise zur Kasse gebeten.


Wir staunen über die modernen und utopischen Bauten. Offensichtlich wird hier der Architektur keine Grenzen gesetzt.

Erstaunlich sind auch die schön bepflanzten Seiten entlang den Autobahnen. Sie werden automatisch bewässert und manchmal steht auch ein Hubsteiger dort um die Bepflanzung zu pflegen.







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Dann erreichen wir unseren Platz für die nächsten Tage. Wir stehen vor einem Stadion und an einer Durchgangsstrasse, die wir überqueren müssen, wenn wir mit der Metro ins Zentrum wollen. Um 5 Uhr beschliessen wir noch ins Zentrum zu fahren, um den Galataturm ( Galata kulesi) zu besuchen.

Die Fahrt dauert fast eine Stunde.







Der Galataturm war ursprünglich ein Teil der unter den Genuesen errichteten Stadtbefestigung. Vielleicht hat er auch als Leuchtturm gedient.

Er wurde 1348/49 als Christus-Turm errichtet. Nach der Eroberung Istanbuls durch die Osmanan im Jahre 1453 wurde der Turm teilweise zerstört, aber bald wiederhergestellt. Weitere Beschädigungen geschahen durch ein Erdbeben im Jahre 1453 und durch Brände in den Jahren 1794 und 1831.

Das Gebäude, das sich 48 m über dem Meeres-spiegel befindet, misst bis zu seiner kegelförmigen Spitze 67 m und dominiert das Nordufer des Goldenen Hornes.







Mittlerweile ist es nicht mehr so heiss und wir geniessen den Bummel durch die Gegend um die Galata-Brücke. Entlang von beiden Seiten der Brücke hängen die Fischer ihre Angeln in den Bosporus auf der einen Seite, bzw. ins Goldene Horn auf der anderen, mit der Hoffnung, einen Fisch zu fangen. Aber während der ganzen Zeit, in welcher wir uns hier aufhalten, haben wir keinen einzigen Fischzug gesehen. Die Menschen nehmen es gelassen.


Von weitem riechen wir den vor uns liegenden Gewürzmarkt . Wir gehen in die Halle und werden gleich von beiden Seiten des Durchgangs in die Verkaufsstände gelockt, möchten aber uns noch nicht hineinziehen lassen. Doch dann erlegen wir den türkischen Süssigkeiten, kosten und kaufen dann viel zu viel davon.

Mit der Einkaufstasche in der Hand werden wir jetzt zu unserem Erstaunen nicht mehr angesprochen.






Auf dem Rückweg zur Galatabrücke finden wir für Sylke einen schönen roten Schuh - ein Schuh wie ihn der kleine Muck getragen hat.







Für unser Abendessen suchen wir uns ein besonderes Restaurant. Wir möchten heute Fisch und Meeresfrüchte essen.


Die heutige, 1992 eröffnete Brücke ist, anders als ihre schwimmenden Vorgänger, die erste fest im Untergrund verankerte Brücke an dieser Stelle und die erste Klappbrücke am Goldenen Horn.








Die Stahlkonstruktion ist insgesamt 466 m lang und 42 m breit. Sie hat in der Mitte zwei Strassenbahn-gleise auf einem eigenen Gleiskörper, die von je drei Fahrspuren für Fahrzeuge flankiert werden. Der Gehweg auf der dem Bosporus zugewandten Seite ist 7,5 m breit, der Gehweg auf der anderen, dem Goldenen Horn zugewandten Seite ist 5,5 m breit. Sie hat – wie früher – ein knapp über dem Wasser liegendes Untergeschoss mit Restaurants, Cafés und Geschäften, die zusammen 6'000 m² gewerbliche Flächen haben.


Unter der von 114 Pfeilern getragenen Brücke kann das Wasser fast ungehindert zirkulieren, was wesentlich zur Verbesserung der Wasserqualität im Goldenen Horn beigetragen hat.







Wir beginnen mit einem Meeresfrüchtesalat, gefolgt von einer Fischplatte mit Turbot.

Der Abschluss des wunderbaren Essens bildete ein echter türkischer Kaffee.


Dann führt uns die Metro wieder auf unseren Übernachtungsplatz zurück.


Die Nacht verläuft unruhig. Zum einen wird hier in den umliegenden Anlagen heftig gefeiert und es  ist nach Mitternacht bis wir endlich einschlafen. Doch dann kommt der Muezzin und weckt uns schon um 4 Uhr wieder.







Wir beschliessen, hier unter der Brücke eines der Restaurants aufzusuchen. Eines mit weiss gedeckten Tischen spricht uns an und nachdem wir die Karte studiert haben treten wir ein.







Wollen wir die nächste Nacht nochmals hier verbringen oder etwas weiterfahren und einen ruhigen Strand suche?

Wir wollen es erst am Abend entscheiden.






31. Mai 2022  Istanbul Tag 2

Heute fahren wir zusammen mit der Gruppe wieder ins Stadt-innere. 

Der Gang durch die verwinkelten Gassen offenbart uns viele Aspekte des lokalen Lebens.

Beim Goldenen Horn besteigen wir ein Schiff, welches uns entlang des Bosporus zwischen dem europäischen und asiatischen Teil von Istanbul vorbei an vielen Kulturgütern fährt.


Das Goldene Horn liegt an der westlichen, europäischen Seite des Bosporus kurz vor dessen Ausgang in das Marmarameer. Der Meeresarm ist eigentlich die gemeinsame Mündung der Flüsse Alibeyköy und Kağithane in den Bosporus. 


Auf der Halbinsel zwischen dem Goldenen Horn, dem Bosporus und dem Marmarameer liegt der historische Kern der Stadt im Stadtviertel Eminönü, wo griech-ische Kolonisten um 660 v. Chr. Byzantion gründeten, und dem westlich anschliessenden Stadt-viertel Fatih. 





Sie sind in dem heutigen Stadtbezirk Fatih vereint, der in etwa dem von der Theodosianischen Mauer umschlossenen Gebiet der Altstadt entspricht. Jenseits der Mauer schliesst sich Eyüp an.


Auf der Nordseite liegt das Stadtviertel Karaköy am Eingang des Goldenen Horns. Es entspricht ungefähr dem historischen Galata oder Pera. Heute ist es ein Teil des Stadtbezirks Beyoğlu, der sich über die gesamte Nordseite erstreckt.






Dann erreichen wir die Landestelle und besteigen das Schiff - ein Schiff für uns allein. Unser türkische Guide Günäy erzählt auf der ganzen Fahrt und wir hören ihm zu, bis wir genug haben und nur noch schauen wollen.












Nach eineinhalb Stunden endet die Fahrt und wir gehen zu Fuss weiter.






Unser nächstes Ziel ist ist der Dolmabahçe-Palast . Er ist ein 1843 bis 1856 unter der Leitung des Architekten Balian für den Sultan Abdülmecid erbauter Palast. Er liegt am europäischen Ufer des Bosporus im Bezirk Beşiktaş und war ab 1856 die Residenz der Sultane.

Weil im Inneren nicht fotografiert werden darf und dies auch streng überwacht wird, bediene ich mich im Internet.

Der Palast ist sehr eindrücklich - und noch mehr ermüdend.

Nach gefühlten 50 Räumen bin ich froh, wieder im Freien im schönen Garten zu sein.






Hagia Sophia

Hagia Sophia, auch Kirche der Heiligen Weisheit oder Kirche der Göttlichen Weisheit genannt, ist eine Kirche, die im 6. Jahrhundert n. Chr. unter der Leitung des byzantinischen Kaisers Justinian I. in Konstantinopel (532-537) erbaut wurde. Sie gilt als das wichtigste byzantinische Bauwerk und eines der grossen Denkmäler der Welt.

Sie wurde in der bemerkenswert kurzen Zeit von etwa sechs Jahren gebaut und im Jahr 537 n. Chr. fertig gestellt. Ungewöhnlich für diese Zeit sind die Kenntnisse der Architekten in Mechanik und Mathematik. 



Eigentlich wären wir müde genug und zudem ist es auch sehr heiss, um zum WoMo zurückzukehren.

Aber wir haben uns noch die Hagia Sophia vorge-nommen.

Wir lassen unseren Guide voraus stürmen und folgen ihm in gemässigtem Tempo. Es ist für schnelle Aktionen einfach zu heiss.


Im Inneren der Hagia Sophia ist es angenehm kühl.


Wir gehen unseren eigenen Weg und hören dem Guide nicht mehr zu, obwohl er bestimmt viele interessante Details zu erzählen weiss.






Die Hagia Sophia kombiniert eine längsgerichtete Basilika und ein zentralisiertes Gebäude auf völlig originelle Weise mit einer riesigen 32 Meter grossen, hängenden Haupt-kuppel und zwei Semidomen (Halbkuppeln), die auf beiden Seiten der Längsachse liegen. Im Grundriss ist das Gebäude fast quadratisch. Es gibt drei Gänge, die durch Säulen mit darüber liegenden Galerien und grossen Marmorpfeilern getrennt sind und sich zur Unterstützung der Kuppel erheben. Die Wände über den Galerien und der Sockel der Kuppel sind von Fenstern durchbrochen, die bei Tageslicht die Säulen verdecken und den Eindruck erwecken, dass das Vordach in der Luft schwebt.





Geschichte der Hagia Sophia

Die ursprüngliche Kirche an der Stelle der Hagia Sophia soll von Konstantin I. 325 auf den Fundamenten eines heidnischen Tempels errichtet worden sein. Sein Sohn, Konstantius II., weihte sie im Jahre 360 ein. Sie wurde 404 durch ein Feuer beschädigt, das während eines Aufstands nach der zweiten Verbannung des heiligen Johannes Chrysostomus, des damaligen Patriarchen von Konstantinopel, ausgebrochen ist. Die Kirche wurde vom römischen Kaiser Constans I. wieder aufgebaut und erweitert. Das restaurierte Gebäude wurde 415 von Theodosius II. umgewidmte. Beim Nika-Aufstand vom Januar 532 wurde die Kirche erneut nieder-gebrannt. Justinian I. nutzte dies als Möglichkeit, einen prächtigen Ersatz vorzunehmen.


Das heute stehende Bauwerk ist im Wesentlichen das Gebäude aus dem 6. Jahrhundert, obwohl ein Erdbeben 558 einen teilweisen Einsturz der Kuppel verursachte (restauriert 562) und es zwei weitere teilweise Einstürze gab. Danach wurde das Bauwerk kleiner wieder aufgebaut und die gesamte Kirche von aussen verstärkt. Mehr als ein Jahrtausend lang war es die Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Sie wurde 1204 von den Venezianern und den Kreuzrittern auf dem Vierten Kreuzzug geplündert.


Nach der türkischen Eroberung Konstantinopels 1453 liess Mehmed II. die Kirche in eine 

Moschee umwandeln. Errichtet 

wurden dabei ein hölzernes 

Minarett, ein grosser Kron-

leuchter, eine Mihrab 

(Nische, die die 

Richtung Mekka 

anzeigt) und eine 

Minbar (Kanzel). 




 Entweder er oder sein Sohn Bayezid II. errichteten das rote Minarett, das an der südöstlichen Ecke des Gebäudes steht. Bayezid II. errichtete das schmale weisse Minarett auf der nordöstlichen Seite der Moschee. Die beiden identischen Minarette auf der Westseite wurden wahrscheinlich von Selim II. oder Murad III. in Auftrag gegeben und vom renommierten osmanischen Architekten Sinan in den 1500er Jahren gebaut.


1934 säkularisierte der türkische Präsident Kemal Atatürk das Gebäude. 1935 wurde es zu einem Museum umgebaut. Kunsthistoriker betrachten die schönen Mosaike des Gebäudes als die wichtigste Wissensquelle über den Stand der Mosaikkunst in der Zeit kurz nach dem Ende der ikonoklastischen Kontroverse im 8. und 9. Jahrhundert. Die Hagia Sophia ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, zu dem auch andere historische Gebäude und Orte dieser Stadt, wie zum Beispiel die Blaue Moschee, gehören.



Auf Anregung Atatürks, des ersten Präsidenten der Türkei, beschloss der Ministerrat am 24. November 1934, die Moschee in ein Museum umzuwandeln. Am 10. Juli 2020 hat das oberste Verwaltungsgericht der Türkei entschieden, dass die Hagia Sophia künftig wieder als Moschee genutzt werden darf. 







Auf Anordnung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan wurde für das erste islamische Gebet der 24. Juli 2020 festgelegt.




Inmitten eines von der Sonne

durch ein Fenster auf den Boden geworfenen Lichtflecks setzt 

sich Sylke auf den Boden 

um die Hagia Sophia auf

 sich einwirken zu lassen.




Trotz den untauglichen Messern schaffen wir es dank Sylkes Schweizer Taschenmesser, die Octopusbeine zu zerschneiden.






Geläutert und hungrig beschliessen wir nochmals in der Stadt bend zu essen.






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