Mittelasien 2022

10. Juli  2022   Abbas Abad UNESCO Heritage Park

Wir fahren früh los, vorbei an den Hütten, wo gestern den ganzen Tag über geröstete Maiskolben und Tee verkauft wurde. 

Jetzt sind sie verlassen, die Leute schlafen noch.

Die Strecke die vor uns liegt gehört zu den anspruchsvollsten und schwierigsten auf der bisherigen Reise. Aber das erkennen wir erst als wir mitten drin sind und vor uns eine steile Geröllhalde liegt, die es zu durchfahren gilt.

Dabei fährt ein Motorrad mit zwei Personen an uns vorbei und nur gerade 50 Meter später stürzen sie.

Der Soziusfahrer bleibt einen Moment sitzen und reibt sein Bein. Dann fahren sie weiter und wir hinterher.

Später sehen wir die Zwei wieder wie sie von einer Quelle Wasser trinken.

Nach etwa einer Stunde sind wir unten und fahren einem Fluss entlang, der die Felder und Wiesen grünen lässt.

Der heutige Stellplatz liegt in einem persischen Garten.

Der Abbas Abad Historical Garden ist eine der historischen Stätten der Provinz Mazandaran. Dieser Komplex liegt fünf Kilometer von der Stadt Behshahr entfernt, die an den Ausläufern des Alborz-Gebirges liegt. Im Jahr 2011 wurde dieser schöne Komplex zusammen mit acht anderen Gärten unter dem Titel „Persischer Garten“ als UNESCO-Weltkulturerbe registriert.

Am Abend kommt Sylke mit einer Gruppe junger Frauen ins Gespräch und zeigt die von ihr erstellten Zeichnungen.

Oft ist es die Neugierde, welche zu interessanten Kontakten und Gesprächen führt.

Seit Beginn unserer Reise musste die Route immer wieder den politischen Situationen angepasst werden. So wollten wir zu Beginn von Georgien aus nach Azerbaijan und von dort nach Kasachstan fahren. Als Alternative bot sich auch der Weg durch Turkmenistan an. Aber in beiden Ländern waren die Grenzen wegen Unruhen geschlossen.


Von Woche zu Woche wurden wir damit vertröstet, dass eine Einreise in etwa 2 Wochen möglich wäre.

Irgendwann musste eine praktikable Lösung her und die sah so aus:

Die Fahrzeuge werden in Abbas Abad mittels Kran auf Frachter verladen und fahren dann über das Kaspische Meer nach Aktau in Kasachstan.

Passagiere können nicht mitfahren, darum wurde ein Flugzeug gechartet, das uns nach Aktau bringen soll.

Etwa 2 Wochen später können die Fahrzeuge im Hafen abgeholt werden.

Ich stand vor der schwierigen Entscheidung, ob wir diesen Transfer machen wollen.

Angesichts der Probleme, die inzwischen auf einem Auge habe und der Gewissheit, dass wenn wir einmal in Kasachstan sind ein Abbruch und die Heimreise um vieles schwieriger sein wird, beschliesse ich die Reise jetzt abzubrechen und heimzufahren.

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