Mittelasien 2022
Nach einer Fahrt von einer Viertelstunde erreichen wir den Platz für die Nacht in Plataria.
"Herzlich Willkommen in einem Stück Paradies" heisst es zur Begrüssung.
Es ist inzwischen schon hell und 6 Uhr geworden. Wir gehen nochmals schlafen.
Gegen 8 werden wir durch Klopfen an der Türe geweckt. Der Platzwart will sein Geld. Wir ignorieren ihn und wollen weiterschlafen. Eine Stunde später versucht er es nochmals. Dann geht er.
Wir stehen auf und während ich das Frühstück bereite, geht Sylke ins Meer schwimmen.
Der Strand ist schön und sauber und darum beschliessen wir noch eine Nacht hier zu bleiben.
Soeben wird die Stille durch die Lautsprecher-durchsage unterbrochen, die besagt, dass wir in einer halben Stunde in den Hafen einlaufen werden.
Inzwischen ist auch der beleuchte Hafen zu sehen.
Wir bereiten uns und das WoMo für die Weiterfahrt vor.
Die Fahrzeuglenker, gemeint sind die mit dem PKWs, werden gebeten sich zu den Fahrzeugen zu begeben.
Leider läuft die Waschmaschine nicht und die einzige Dusche mit leicht salzigem Wasser steht im Freien. Manchmal sind die Anpreisungen der Stellplätze schon sehr übertrieben!!
Wir nutzen den Tag zum Ruhen und Lesen.
Ich sammle noch angeschwemmtes, trockenes Holz für die Holztasche und hänge sie ans Heck. Irgendwann und irgendwo werden wir damit ein gemütliches Feuer entfachen.
24. Mai 2022 bei Veria
Das Wasser auf dem Stellplatz möchte ich nicht im Wassertank des WoMos. Aber solange wir Quellwasser tanken können, ziehen wir dieses dem salzigen vor.
Also suchen wir uns einen Brunnen und dank Park4Night werden wir auf dem weiteren Weg fündig. Wir müssen zwar von der Autobahn weg, hoch ins Dorf Kristallopigi in welchem ein öffentlicher Brunnen steht.
Mit meinem eigenen Schlauch von dem ich weiss, wozu er gebraucht wurde, fülle ich.
So wie schon in Italien, kostet die Autobahn in Griechenland ebenfalls Maut.
Zuerst machen wir noch ein Foto von uns, welches wir dem Gruppenchat beifügen. Das hilft beim Kennenlernen der Gruppenmitglieder.
Dann gehen wir hinunter zum See. Sylke lässt es sich nicht nehmen, im kalten Wasser zu schwimmen.
Aus der ruhigen Idylle wurde etwa um 2 Uhr nachts ein Inferno, verursacht durch streunende Hunde. Sie jagen durch den Wald und jaulen und bellen. Kaum ist es einmal für ein paar Sekunden ruhig und wir schöpfen Hoffnung, endlich weiterschlafen zu können, beginnt wieder einer und die andern stimmen ins Geheul ein.
Irgendwann sind wir wieder eingeschlafen, vor Erschöpfung oder weil die Hunde plötzlich weg waren? Wir wissen es nicht.
Nebenbei bemerkt: Am Morgen hat einer meiner Gummigaloschen gefehlt, wie es mir vor Jahren in Russland schon einmal passiert ist. Haben die Hunde vielleicht um den Schuh gekämpft?
Also - nachts die Galoschen nicht mehr vor dem WoMo stehen lassen.
Die Beschreibung "Schöner Platz unter Pinien und am See" war der Grund, diesen Platz zu wählen.
Aber auch die Nähe zu Thessaloniki, welches wir morgen besuchen wollen.
Wir stehen zwischen hohen Pinien. Der Boden ist mit Nadeln übersät und viele Pinienzapfen liegen am Boden. Die Luft ist erfüllt von südlichem Duft.
Auf dem Rückweg kommen wir an einem Maul-beerbaum vorbei und pflücken von den schwarzen reifen Früchten. Das Aussehen erinnert in der Form an längliche Brombeeren. Sie sind sehr süss und saftig.
Der grössere Nutzen der Maulbeerbäume liegt im Füttern von Seidenraupen mit den Blättern.
Später wird es bestimmt so sein, dass die zur Verfügung stehende Wasserqualität nicht immer die Beste sein wird. Dann nehmen wir auch diese.
Zum Trinken verwenden wir ohnehin nur Wasser aus der Flasche.
25. Mai 2022 Thessaloniki, Madytos
Die Fahrt ist abwechslungsreich und führt uns, weg von der Autobahn über enge und schlechte Strassen, durch kleine Dörfer, teils im Gebirge, teils auch der Küste entlang.
Gegen Mittag erreichen wir Thessaloniki. Wo können wir das WoMo in dieser Grossstadt parken, die zweitgrösste in Griechenland, ohne kilometerweit in die Innenstadt gehen zu müssen?
In Google Maps sehe ich eine Durchgangsstrasse parallel zur Promenade, wo Autos geparkt sind, es aber auch immer wieder Lücken hat.
Natürlich weiss ich, dass die Aufnahme nicht aktuell ist, aber einen Versuch ist es alleweil wert.
Also Koordinaten ins Navi und los - und die Vermutung hat sich bestätigt. Wir finden einen Parkplatz gleich bei Alexander dem Grossen.
Alexander der Grosse war von 336 v. Chr. bis zu seinem Tod König von Makedonien und Hegemon des Korinthischen Bundes.
Alexander dehnte die Grenzen des Reiches, das sein Vater Philipp II. aus dem vormals eher unbedeutenden Kleinstaat Makedonien sowie mehreren griechischen Poleis errichtet hatte, durch den sogenannten Alexanderzug und die Eroberung des Achämenidenreichs bis an den indischen Subkontinent aus.
Nach seinem Einmarsch in Ägypten wurde er dort als Pharao begrüsst. Auch aufgrund seiner grossen militärischen Erfolge wurde das Leben Alexanders ein beliebtes Motiv in Literatur und Kunst, während Alexanders Beurteilung in der modernen Forschung, wie auch schon in der Antike, zwiespältig ausfällt.
Wir gehen der Promenade entlang, dem Weissen Turm entgegen.
Der Weisse Turm ist ein Baudenkmal und Museum in der Stadt Thessaloniki. Seit seiner Errichtung im 15. bzw. 16. Jahrhundert diente der Weiße Turm als Befestigungsanlage, Garnison, Gefängnis und Museum.
Der Weisse Turm besteht aus zwei stufenförmig aufeinander aufsetzenden zylinderförmigen Bauteilen mit einer Gesamthöhe von 31 m. Der erste Bauteil hat einen Durchmesser von 23 m und eine Höhe von 27 m über Grund.
Der auf diesem aufsetzende zweite und nach oben abschließende Bauteil, den man auch als Tambour bezeichnen könnte, hat einen Durchmesser von 12 m und eine Höhe von 6 m. Zwischen dem ersten und dem zweiten Bauteil ergibt sich aufgrund der Durchmesser- und Umfangsdifferenz ein Rundgang von 5 m Breite, welcher nach aussen hin durch eine Zinnenmauer begrenzt wird. Der zweite schmalere Bauteil schliesst mit einer Plattform von 10 m Durchmesser ab, welche ebenfalls nach aussen hin durch eine Zinnenmauer begrenzt wird. In beiden Bauteilen sind in der Aussenwand Schiessscharten eingefügt. Innerhalb des Turms befinden sich sechs Stockwerke mit jeweils einem zentralen Raum, welcher Zugang zu den Schiess-scharten erlaubte.
Der Turm kann bestiegen werden. In seinem Inneren werden heute Fragmente aus der damali-gen Zeit ausgestellt.
Dazu werden an Schautafeln Bilder der Stadt aus dem 18. jahrhundert gezeigt. Leider sind alle Texte nur in griechisch, so dass man fast gezwungen ist einen Audioguide zu mieten. Dazu aber fehlt uns die Lust.
Von der obersten Plattform aus geniessen wir den Ausblick auf die Promenade und geniessen auch den frischen Wind. Unten, auf dem Platz ist es inzwischen bestimmt schon 30° heiss.
Auf dem weiteren Weg der Promenade entlang kaufen wir uns Lutscheis und geniessen es auf einer Bank sitzend und aufs Meer hinausschauend.
Wir erreichen die Platia Aristotelous, einer der wichtigsten Plätze in Griechenland.
Der halbkreisförmig umbaute Platz wurde nach dem Grossbrand von 1917 nach Plänen von Ernest Hébrard angelegt, der für den Platz den Namen "Alexander-der-Grosse-Platz" vorgeschlagen hatte. Der Platz ist von sechsstöckigen Hotel- und Geschäftsbauten mit von Rundbögen gesäumten Arkaden und Balkons umstanden und bildet das urbane Zentrum der innerstädtischen Einkaufs-zone. Der geräumige Platz wird von zahlreichen Cafés und Restaurants gesäumt und dient häufig politischen Kundgebungen oder zur Austragung von Konzerten. Zur Adventszeit werden ein Weihnachtsbaum und eine Krippe auf ihm errichtet.
Auf dem Platz befindet sich eine Bronzestatue des griechischen Philosophen Aristoteles, nach dem der Platz benannt ist. Zusammen mit der angrenz-enden Aristoteles-Strasse ähnelt der Grundriss des Platzes einer Flasche; die schwedische Vodka-Marke Absolut verwendete eine Luftaufnahme des Platzes für ein Werbefoto.
Aristoteles (griechisch Ἀριστοτέλης Aristotélēs, Betonung lateinisch und deutsch: Aristóteles; * 384 v. Chr. in Stageira; † 322 v. Chr. in Chalkis auf Euböa) war ein griechischer Universalgelehrter. Er gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Philosophen und Naturforschern der Geschichte.
Sein Lehrer war Platon, doch hat Aristoteles zahlreiche Disziplinen entweder selbst begründet oder massgeblich beeinflusst, darunter Wissen-schaftstheorie, Naturphilosophie, Logik, Biologie, Physik, Ethik, Staatstheorie und Dichtungstheorie. Aus seinem Gedankengut entwickelte sich der Aristotelismus.
Aristoteles markiert das Ende einer Generationen währenden Entwicklung philosophischen Denkens und war gleichzeitig Begründer einer neuen Tradition. Er führte die Denker seiner Zeit von den Höhen der platonischen Visionen in die frucht-baren Niederungen der Erfahrungswissenschaft. Daher rühren wohl auch die widersprüchlichen Urteile über sein Werk in der Folgezeit.
Etwas müde durch die Hitze und das Bummeln kehren wir zum WoMo zurück und suchen eine abgelegene Bucht ausserhalb der Stadt.
Unterwegs begegnen wir immer wieder wunder-schöne Felder mit Mohn. Sylke lässt es sich nehmen, sie möchte sich einmal in ein so schönes rotes Feld legen.
Nach einem Abstecher ins Gebirge kommen wir wieder an die Küste.
Am Strand befinden sich etwa 20 Autos und umgebaute Vans und ebenso viele Surfer im Wasser bei starkem Wind.
Nach 20 Uhr ziehen sie einer nach dem andern ab und bald haben wir den Strand für uns allein.
Ich brate ein schönes Stück Lachs im Freien, was bei diesem Wind gar nicht so einfach ist und Sylke bereitet Rüebli , Pilze und Bratkartoffeln zu.
Was sich schon vorher abgezeichnet hat, ent-wickelt sich jetzt zu einem richtigen Gewitter. Blitze und Donner jagen sich und der Regen peitscht auf das Dach und an die Fenster.
Nach einer Stunde ist das Unwetter weitergezogen und hinterlässt eine angenehme Kühle.
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