Die Seele Afrikas  -  Serengeti

Irgend wann stellen wir fest, dass alle Fahrzeuge zur Linken und zur Rechten bereits wieder weitergefahren sind. Dann erfahren wir, dass unser Fahrzeug die Lizenz eines anderen Autos dabei hat. Erst heisst es, die richtige Lizenz müsse von Arusha hergebracht werden, was 2-3 Stunden dauern würde. Aber dann einigt man sich telefonisch und nach mehr als einer Stunde Herumstehen geht es endlich weiter.

Von jetzt an heisst es für die nächsten 3 Tage Schotterpiste!

Immer wenn wir möchten, rufen wir dem Fahrer STOP zu und er hält sofort an. Zudem haben wir jetzt auch das Dach geöffnet, so dass wir im Stehen einen besonders guten Blick auf die Landschaft haben.

Sonntag, 3. Juli 2016  Ngorongoro Krater

Morgens früh werden wir mit drei Allradfahrzeugen (Toyota Landcruiser) von Tanzania Adventures abgeholt. In jedem Fahrzeug haben 7 Passagiere und deren Gepäck Platz. Wir sind mit Christine, Alexandre, Rolf sowie Gabi und Dieter zusammen - ein gutes und angenehmes Team, wie sich in den folgenden Tagen herausstellen wird.

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Es geht auf Safari - in die Serengeti, ein Traum-Tierparadies im Herzen Afrikas!

Die Serengeti und der Ngorongoro-Krater: Dafür stehen Vater und Sohn Grzimek und "Die Serengeti darf nicht sterben". Und die Serengeti ist nicht gestorben!

Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es einen solchen Freiraum für die ursprüngliche Tierwelt - und auch die Massai mit ihren kleinen Dörfern und grossen Rinderherden haben ihren festen Platz.

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Der Ngorongoro ist ein Einbruchkrater am Rande der Serengeti. Er entstand, als an dieser Stelle ein Vulkanberg in sich zusammenbrach. 

Der Kraterboden liegt auf etwa 1700 Meter über Meer und die Seitenwände sind zwischen 400 und 600 Meter hoch, so dass die Kraterkante auf etwa 2300 Meter liegt. Der Durchmesser des Kraters beträgt zwischen 17 und 21 Kilometer. Insgesamt hat der Krater eine Fläche von 26.400 Hektar.

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Seit Anfang des 20. Jahrhunderts siedelte sich auch vorübergehend ein Massai-Stamm im Krater an, um Rinderzucht zu betreiben und sich gegen die Angriffe der Raubtiere zu schützen. Seit dieser Zeit hat kein Mensch mehr im Ngorongoro-Krater dauerhaft gelebt, auch die Massai leben seitdem wieder ausserhalb des Kraters. Sie wurden umgesiedelt, da sich Wilderer in ihrem Schutz unerkannt im Krater aufhalten konnten.

Nach 7 km erreichen wir mit dem Lodoare-Gate den Ngorongoron Nationalpark. Die Registrierung der Fahrzeuge sollte etwa 15 Minuten dauern, abhängig vom Andrang. Aber als wir ankommen stehen schon mehr als 20 Safari-Fahrzeuge und die Fahrer sind mit dem Papierkram beschäftigt.

Die Wartezeit verbringen wir mit dem Beobachten der Affen, welche so dreist sind, dass sie auf die Fahrzeuge springen um etwas Essbares zu ergattern. Zwischendurch tun sie sich gegenseitig an ihren Läusen gütlich. 

Seit 1951 ist der Krater Teil des Nationalpark Serengeti. 1959 wurde außerhalb des Kraters ein besonderes Schutzgebiet (Ngorongoro Conser-vation Area) eingerichtet, in dem den Massai Ansiedlung und Weidewirtschaft erlaubt ist. 1975 wurde Landwirtschaft im Krater endgültig verboten. 

1979 wurde er auf die UNESCO-Liste des Welt-naturerbe aufgenommen und 1981 als Bio-sphärenreservat ausgezeichnet. 

Zusätzlich wurde der Krater 2010 zum Welt-kulturerbe erhoben.

Zuerst fahren wir etwa eine Stunde dem Kraterrand entlang bis wir zur Abzweigung kommen, wo es in den Krater hinunter geht. Am nördlichen Kraterrand stauen sich die Wolken und es sieht aus, als würden sie gleich in den Krater hinunter fliessen. Aber  gegen Mittag lösen sie sich auf. 

Und dann sehen wir auch schon die ersten Tiere: ein paar Afrikanische Büffel. Natürlich lassen wir sofort anhalten. Noch reagieren wir auf jedes einzelne Tier!

Etwa 25.000 Grosssäuger bevölkern den Krater, darunter die höchste Raubtierdichte Afrikas. Besonders gross ist die Zahl an Zebras, Büffeln, Gnus, Elenantilopen sowie Grant- und Thomson-Gazellen. Sie werden gejagt von Löwen, Flecken-hyänen und Leoparden. 

Daneben gibt es im Krater unter anderem Elefanten und, ungewöhnlich in dieser Gegend, Flusspferde. Es existieren noch zwischen zehn und 15 Exemplare der bedrohten Spitzmaul-nashörner, deren Population in den 1960er Jahren noch über hundert Tiere betrug. Die grossen Tierwanderungen in der Serengeti führen auch durch den Ngorongoro-Krater.

Der grösste und schwerste Flugvogel ist die Riesentrappe. 

Das Bestimmen der Tiere anhand von Bestim-mungsbüchern ist nicht immer einfach, besonders bei den vielen Vögeln. 

Rechts zwei Schopffrankoline.

Dann, an einer fast ausgetrockneten Wasserstelle treffen wir auf Zebras. Im Gegensatz zu den Bergzebras welche wir bisher gesehen haben, sind diese jetzt Steppenzebras. Sie unterscheiden sich darin, dass die Bergzebras zwischen den schwarzen Streifen noch eine braune Schat-tierung haben.

Genüsslich wälzen sie sich im trockenen Staub und ziehen dann weiter - so wie wir.

Vor uns steht eine Herde Streifengnus. Sie kümmern sich nicht um uns und die anderen Fahrzeuge. Von früheren Reisen wissen wir, dass die Tiere uns nicht als Lebewesen erkennen, solange wir im Fahrzeug bleiben. Darum ist es auch nicht gestattet, dieses zu verlassen, mal ganz abgesehen von einer möglichen Gefährdung durch die wilden Tiere.

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Die Gnus sind eine Gattung afrikanischer Antilopen, die in grossen Herden leben und zur Gruppe der Kuhantilopen gehören. 

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Gnus sind vor allem für ihre Wanderungen bekannt. Allerdings wandern nicht alle Herden, da in vielen Regionen des Verbreitungsgebietes die Zersiedelung des Lebensraumes sowie weitläufig Zaunsysteme, die Hausrindherden schützen sollen, die Wanderungen unterbinden.

Es gibt sowohl im westlichen Korridor des Serengeti-Nationalpark, in der Massai Mara und im Ngorongoro-Krater sesshafte Herden. In der offenen Savanne vermischen sich Herden von Zebras und Gnus und sind auch während der Wanderungen vergesellschaftet. Häufig sind es Zebraherden, die den Gunherden vorangehen.

In der Ferne sehen wir ein paar Autos beisammen stehen. Da muss etwas zu sehen sein. Also fahren wir dorthin.

Nachdem der Fahrer, er heisst übrigen Julius, uns auf einen Flecken im hohen Gras aufmerksam macht, sehen wir es auch: ein Löwenweibchen!

Dann erhebt sich aus dem hohen Gras ein Löwe und geht auf das Weibchen zu. 

Es ist Mating-Time! Sie sorgen dafür, dass der Bestand an Löwen im Park nicht schwindet. 

Löwen können sich über vierzig Mal am Tag paaren und tun dies über mehrere Tage hinweg. Allerdings dauert jeder einzelne Akt nur wenige Sekunden und er erinnert dabei mehr an einen Kaninchenbock als an den König der Tiere. 

Im übrigen sind sie faul, sie schlafen bis zu 20 Stunden pro Tag und schicken die Weibchen auf die Jagd.

Nur wenige Strassen sind "gut". Meist sind es Feldwege oder Spuren im Gras. Die Route für die Guides ist zwar vorgeschrieben, sie dürfen nicht durchs Gras fahren. Aber wenn etwas Interessantes zu sehen ist, tun die Guides den Gästen halt auch dann und wann einen Gefallen.

Allein schon, dass hier auch mitunter eine Furt zu durchqueren ist, zeigt, dass es für gewöhnliche Autos kaum geeignet ist. Im übrigen sind die Parkgebühren für Individualreisende sehr hoch. Darum lohnt die Begleitung durch einen Guide der sich auskennt in jedem Fall.

Die Webervögel sind Sperlinge, wovon es mehr als 100 Arten gibt. Viele Arten sind Kolonienbrüter, wie in diesem Baum. Die Kolonien können Tausende von Vögel umfassen. Oft hängen in den Baum-kronen der Bäume die Hängenester dicht beieinander.

Ich sitze hinter dem Fahrer und habe damit einen guten Platz zum Fotografieren. Nach vorne kommt mir dann manchmal der Kopf und der Rückspiegel ins Bild, wie hier, beim einzigen Kreisel im Park!

Schakal ist die Bezeichnung mehrerer Arten der Wildhunde von wolfsähnlicher Gestalt, die jedoch deutlich kleiner sind als Wölfe und andere Wildhunde. 

Schakale leben als opportunistische Fleisch-fresser von meist kleinen und mittelgrossen Beutetieren sowie von Aas. Sie sind ausdauernde Läufer mit langen Beinen und gehen in der Regel in der Dämmerung und nachts allein oder in kleinen Gruppen auf die Jagd.

Thomson-Gazellen gehören zu den häufigsten und wohl auch zu den bekanntesten Vertretern der Gazellen. Offene Savannen werden von diesen Tieren bevorzugt und dichtes Gebüsch vermieden. Die Tiere leben in Herden von bis zu sechzig Tieren.

Inmitten einer Strasse hat ein Vogel den idealen Nistplatz gefunden. Zu seinem Schutz hat man ein paar Steine darum gelegt.

Dann ist es Mittag. Alle 3 Fahrzeuge treffen sich am Kratersee. Die Fahrer packen die mitgebrachten Lunch-Boxen aus und gehen mit Kaffee und Tee herum.

Hyänen sind stete Begleiter auf unserer Reise. Selbst im Morgengrauen kreuzen sie vor uns die Strasse und verschwinden schnell wieder im hohen Gras.

Über uns kreisen Kronenadler und lauern darauf, etwas Essbares zu erwischen. Sitzt man abseits und allein, kann es leicht zu einem Angriff kommen. In der Gruppe ist man aber gut geschützt.

Leider ist es so, dass es immer wieder dumme Menschen gibt, welche die Wildtiere füttern. Dabei lernen die Tiere schnell ein unnatürliches Verhalten, welches sie selbst schädigen kann.

Der Kronenkranich, auch Pfauenkranich genannt, ist ein sehr hübscher Vogel. Er ist übrigens das Staatssymbol Ugandas .Ihre Nester errichten Kronenkraniche in unmittelbarer Gewässernähe. Es handelt sich gewöhnlich um Bodennester, nur ausnahmsweise werden sie auch in niedrigen Büschen oder auf Bäumen errichtet. .

Im Kratersee befinden sich viele Flamingos, welche hier ihre Nahrung finden. Der See hat einige Zuflüsse aus dem Kraterrand, der Abfluss erfolgt im Innern des Sees. Als Folge der geringen Wasserzirkulation hat sich Salzwasser gebildet, was erst die Existenz von  Zuckmückenlarven und Ruderfusskrebse ermöglicht.

Auf dem weiteren Weg durch die Steppe des Ngorongoro-Kraters führt uns an weiteren Hyänen und an Warzenschweinen vorbei.

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Bei der Aufnahme von Gräsern lassen sie sich auf die Handgelenke nieder und schieben sich in dieser Haltung vorwärts. Mit der Schnauze und den Hauern durchwühlen sie das Erdreich auf der Suche nach Wurzeln und Knollen.

Bei Elefanten erneuern sich die abgenutzten Zähne bis zu sechs Mal, wobei jeweils nur ein Molar je Kieferhälfte in Gebrauch ist. Nachdem die letzten Zähne abgenutzt sind, ist ein Elefant auf weichere Nahrung angewiesen. Sehr alte Elefanten suchen daher Sümpfe auf, um die dortigen Gräser zu fressen, und letztlich werden ihre Überreste oft an solchen Orten gefunden. Dieser Umstand hat zur Legende um die sogenannten „Elefantenfriedhöfe“ geführt.

Auf dem Weg zum Camp, wo wir übernachten werden, begegnen wir noch einem schönen Hammerkopf.

Die Bezeichnung Hammerkopf geht auf die ungewöhnliche Kopfform zurück: Die Art hat einen langgezogenen Schnabel sowie eine nach hinten gerichtete Federhaube. Der im Verhältnis zur Gesamtkörpergrösse relativ mächtige Schnabel ist etwa 8 cm lang, seitlich zusammengedrückt und endet in einem kleinen Haken. Er hat Ähnlichkeit mit dem Schnabel des Schuhschnabels, ist aber nicht ganz so gewaltig.

Treue Begleiter sind ebenfalls die Paviane, Baboons genannt. Das Füttern ist verboten und Schilder am Strassenrand weisen immer wieder darauf hin. Sie leben in Gruppen bis zu 250.

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Ist man auf der Suche nach Elefanten, genügt es, den Baumbewuchs zu beobachten. Elefanten reissen Äste herunter und stossen sogar Bäume um. Sie hinterlassen eine Schneise der Zerstö-rung.

Extrem wichtig für Elefanten ist Wasser, von dem sie täglich 100 bis 150 Liter benötigen. Die Kenntnis von Wasserstellen bzw. die Suche danach ist für das Überleben besonders während der Trocken-zeit entscheidend.

Einst waren Afrikanische Elefanten von der Mittelmeerküste bis zum Kap der Guten Hoffnung verbreitet. Nördlich der Sahara ist die Art jedoch bereits im 6. Jahrhundert n. Chr. ausgestorben.

Wegen Elfenbeinwilderei und Lebensraum-zerstörung ist der Afrikanische Elefant mittlerweile aus grossen Teilen seines einstigen Verbrei-tungsgebietes verschwunden, so im südlichen und westlichen Afrika. 

Das Rhino-Camp liegt auf dem Kraterrand. Das Zimmer ist schön. Da es in der Nacht empfindlich kalt wird, wir sind auf 2'300 Meter und es ist Winter, hat es einen kleinen Ofen im Zimmer. Auf Wunsch, und wir wünschen uns das, wird er angeheizt. Das geht sehr rationell: ein Bediensteter kommt mit eine Schaufel glühender Kohle und schüttet sie in den Ofen. Dann legt er noch ein Scheit darauf - fertig!

Hinter dem Camp, von unserem Zimmer aus sichtbar, weidet eine Kuhantilope. Ob wir wohl in der Nacht Tiere hören werden?

Das Buffet zum Abendessen ist reichhaltig. Wir geniessen es, nach dem etwas trockenen Lunch.

Montag, 4. Juli 2016  Serengeti

Nach einem schönen und guten Essen vom Frühstücksbuffet verlassen wir das Camp. Die Reisetaschen werden zum Auto geschafft und wir fahren los. 

Die Fahrt bis zum Eingang des Nationalparks dauert gute 2 Stunden. 

Von einem Aussichtspunkt auf dem Kraterrand schauen wir nochmals auf den Krater herunter. Von hier aus wird uns die Grösse erst richtig bewusst.

Dann verlassen wir den Krater in Richtung Norden. Unterwegs sehen wir ein typisches Massai-Dorf. Davor stehen ein paar Bewohner und warten auf Besucher.

Auch wir wollen ein solches Dorf besichtigen und die Tour-Organisation hat uns darum in einem Dorf angemeldet - gegen Bezahlung natürlich! Aber noch sind wir nicht dort.

Die Fahrt ist inzwischen sehr anstrengend. Wir fahren mit gegen 70 kmh auf der Rüttelpiste um möglichst früh am Ziel zu sein.

Andauernd fahren wir an Kuhherden vorbei. Sie werden von Massai und deren Kinder bewacht. Sie sind an ihren umgehängten Tüchern und den Stäben gut zu erkennen, auf welche sie sich stützen wenn sie nicht gerade den Tieren nach-rennen.

Mit diesen lenken und leiten sie die Tiere wenn sie die Strasse überqueren müssen.

Oft treffen wir auf junge Schwarze, welche ihre Gesichter weiss bemalt haben und einen schwarzen Umhang tragen.

Julius erklärt, dass es sich dabei um Männer handelt, welche seit kurzem das  Beschnei-dungritual hinter sich haben. Sie werden dadurch zum Mann und ziehen während ein paar Wochen durchs die Gegend.

Wenn wir sie fotografieren wollen, wenden sie sich sofort ab oder wollen Geld.

Dann erreichen wir unser Dorf. Schon von Weiten sehen wir die Männer und Frauen, welche uns erwarten.

Während wir näher treten beginnen die Frauen zu singen.

Dann treten die Männer mit rhythmischem Tanzen und Singen aus dem Kral. Sie sind ebenfalls in farbige Tücher gehüllt und tragen ihre Stäbe mit sich.

So dauert der Tanz etwa 10 Minuten, dann werden wir ins Innere des Dorfes geleitet.

Das Ergebnis ist ein kleines Häufchen mit rauchendem Zunder, welcher sogleich zwischen zwei Hälften getrockneten Kuhdungs gegeben wird und durch sorgfältiges Blasen zum Entflammen gebracht wird.

Es gibt viele Zeremonien in deren Tradition. Sehr bekannt ist das springende Tanzen der Männer. Die jungen Massai, Morani, springen dabei auf der Stelle so hoch wie möglich und beweisen so ihre Stärke. 

Das Töten eines Löwen war früher Voraussetzung, eine Frau haben zu dürfen. Es gibt Anzeichen, dass dies in abgelegenen Gebieten auch heute noch zelebriert wird. Ebenso mussten die jungen Männer oft jahrelang in einem eigens von ihnen gebauten Dorf wohnen. Dafür gibt es heute keinen Platz mehr.

Ein Sprecher des Dorfes erzählt ein bisschen über das Leben im Dorf und die Traditionen. Dann will man uns zeigen, wie Feuer gemacht wird. Angeblich sollen sie keine Feuerzeuge oder Streichhölzer verwenden. Nachdem das Holz, welches durch Drillen mit einem Stab zum Rauchen gebracht wird erst beim vierten Versuch ein Ergebnis liefert, vermute ich, dass diese Technik kaum mehr verwendet wird.

Dann werden wir in Gruppen zu Zweit einem Massai zugeteilt. Unser heisst  auch Julius, wie unser Fahrer.

Mit ihm gehen wir zu einer runden Hütte mit Grasdach.

In gebückter Haltung betreten wir den Innenraum, welcher etwa einen inneren Durchmesser von weniger als 2 Meter hat. Wir werden gebeten uns aufs Elternbett zu setzen. In der Mitte des Raumes glimmt ein Feuer, welches Tag und Nacht am Leben gehalten wird. Julius setzt sich auf das Kinderbett. Alles ist so eng, dass man meinen möchte, in einer Behausung für Pygmäen und nicht für die grossen Massai zu sein.

Die Wände sind aus Gras mit Kuhdung gemacht. Nur durch ein kleines Loch fällt etwas Licht ins Innere und es dauert ein paar Minuten bis wir etwas erkennen können.

Uns erscheint es fragwürdig, dass dies eine bewohnte Behausung sei. Weder Kleider noch Lebensmittel oder andere Einrichtungsgegen-stände sind zu sehen. 

Julius erzählt dauernd in schwer verständlichem Englisch, versteht unsere Fragen aber nicht.

Als Nächstes werden wir zum "Markt" geleitet. Auf ringförmig angeordneten Gestellen sind allerlei Schmuckgegenstände ausgestellt und wir werden zum Kauf ermutigt.

Wir suchen uns ein paar Sachen zusammen: Salatbesteck in Ebenholz, eine Zebramaske und zwei kleine Holzschalen.

Auf die Frage, was die einzelnen Stücke kosten würden bekommen wir nur zu hören, dass wir am Schluss für alles zusammen einen guten Preis bekommen würden.

Während des ganzen Umgangs folgt uns eine Massai auf Schritt und Tritt und verfolgt genau was wir tun und anfassen. Es wirkt als würde man uns nicht trauen.

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Dann werden wir zu einem Baum gebeten um im Schatten den Preis zu verhandeln.

Auf unsere Frage erhalten wir ein Angebot von 180'000 TSh, was etwa 90 Fr. entspricht.

Wir protestieren und sagen, das wir schon mehr als 2 Monate im Land wären und inzwischen die Preise kennen würden. Wir bieten 50'000, worauf die Händler den Kopf schütteln und auf 175'000 herunter gehen.

Handeln ist hier zwecklos und wir geben darum die Ware zurück.

Anschliessend gehts noch zum Kindergarten, der etwa 100 Meter abseits von den Hütten liegt. Beim Nähertreten hören wir die Kinder singen, den Singsang, den wir schon hören seit wir im Dorf sind. Sie beginnen bei jedem Besucher wieder von Neuem. Dies wahrscheinlich den ganzen Tag und täglich, solange Besucher kommen, was etwa 4-5 mal pro Tag der Fall ist.

Jetzt ist auch klar, worin die Ausbildung der Kleinsten besteht - präsentieren!

Ob die "Wandtafel" auch wirklich gebraucht wird bleibt offen. Jedenfalls verlassen wir das Dorf enttäuscht. Wir denken, dass alles nur Nepp ist um uns das Geld aus den Taschen zu ziehen.

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Wir setzen uns in Auto und fahren den Rest der Strecke bis zum Serengeti-Süd-Gate.

Weil wir die Meisten der Sachen auch anderswo schon gesehen haben, beschleicht uns der Verdacht, dass es nicht Handwerk aus dem Dorf ist, sondern irgendwo eingekauft wurde, wo-möglich noch in China!

Da täuscht auch die Frau welche einen Hals-schmuck macht nicht darüber hinweg. Während der ganzen Zeit schiebt sie nur ein paar Glas-perlen auf einen Draht, macht dann aber weiter nichts damit, sitzt einfach im Staub.

Julius erklärt uns, dass es hier eine Donation-Box habe, mit welcher wir den Kindergarten unterstützen können. Fast alle Kinder sind in den gleichen Pyjamas gekleidet. Fragen auf englisch kann der anwesende "Lehrer" nicht beantworten - er versteht uns nicht.

Jetzt lasse ich vorerst einmal die Bilder sprechen.

Von Weitem entdeckt Vreni ein sitzendes Tier. Durch das Fernglas betrachtet zeigt sich, dass es sich um einen Gepard handelt.

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Wir fahren bis auf wenige Meter heran, ohne dass sich der Gepard gestört fühlt. Jetzt erkennen wir, dass sich einige Jungtiere hinter einem Stein verstecken und neugierig hervor schauen. 

Es scheint als würde die Mutter etwas suchen, jedenfalls schaut sie dauernd in alle Richtungen. Fühlt sie sich bedroht?

Auf dem weiteren Weg, wir sind inzwischen ohne andere Fahrzeuge unterwegs, finden wir 3 jüngere Löwen. Sie ignorieren uns weitestgehend und schauen gelangweilt an uns vorbei.

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In der Nähe befindet sich ein grosser und rund geschliffener Fels. Es ist ein Überbleibsel aus Zeiten, wo die ganze Ebene bedeckt war und die weichen Gesteinsschichten durch Erosion von Wasser und Wind abgetragen wurden. 

Zurückgeblieben ist der harte Granit.

Hier sollen sich jeweils Löwen aufhalten, ein fast sicherer Ort um Löwen zu treffen.

Wenig später finden wir zwei besonders faule Löwen. Sie liegen im Gras und räkeln sich. dann und wann leckt sich einer die Pfoten oder gähnt. 

Die Serie an ausserordentlichen Sichtungen reisst nicht ab. Wir stossen auf ein paar Fahrzeuge, welche sich um einen Gepard aufgestellt haben.

Wir sehen gleich, dass er einen Riss hat. das heisst, er hat eine Gazelle getötet und ist jetzt daran, sie zu fressen.

Schon von weitem ist da ein Löwe zu sehen und so fahren wir hin.

Auch dieser schaut immer wieder auf und sucht die Gegend nach Feinden ab, welche ihm das Fressen streitig machen wollen.

Inzwischen hat er den Bauch der Gazelle schon aufgebrochen und die Eingeweide sind sichtbar.

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Auf der Weiterfahrt erleben wir noch ein Wechsel-spiel von Regenschauer und Sonnenuntergang.

Dann wird es Zeit für die Weiterfahrt zur neuen Lodge. Weil wir abseits der Hauptstrasse sind, müssen wir noch über Nebenstrasse fahren. Dabei stossen wir wieder auf einen Haufen stehender Fahrzeuge.

Vorerst ist nicht klar, was es da zu sehen gibt. Aber auf Anfrage, erfahren wir, dass hier ein Leopard im Geäst eines Baumes liegt.

Mit Feldstecher, bzw. mit Teleobjektiv wird er sichtbar.

Heute übernachten wir im Kati Kati Tented Camp. Dieses Camp besteht aus grossen Zelten, in welchen sich ein Schlafzimmer mit Doppelbett und ein WC mit Dusche befindet. In einem doppelten Zelt befindet sich das Restaurant und dahinter die Küche.

Bei unserer Ankunft werden wir mit einem erfrischenden Fruchtsaft begrüsst. Wir setzen uns auf die Stühle, welche um ein Feuer aufgereiht sind. Der Manager heisst uns willkommen und erklärt uns die wesentlichen Dinge über das Camp uns das Verhalten darin. 

Zum Beispiel, dass wir bei Dunkelheit nicht ohne einen Führer zum Zelt oder vom Zelt weggehen dürfen. Es wäre jederzeit jemand in unserer Nähe und wir brauchen nur "Jambo" zu rufen, was "Hallo" heisst, und der Begleiter würde kommen. Der Grund dafür ist, dass das Camp nicht eingezäunt ist und wilde Tiere jederzeit durchs Camp streifen können. Zudem liege eine Trillerpfeife auf dem Tisch, meint er, von der wir Gebrauch machen können wenn wir uns unsicher fühlen.

Dann gehen wir auf unsere "Zimmer".

Dienstag, 5. Juli 2016  Serengeti

Um 6 fahren wir bei Anbruch der Dämmerung los zur Sunrise-Pirschfahrt. Die Scheinwerfer schnei-den eine helle Schneise in die Dunkelheit. Ein Schakal kreuzt unseren Weg und verschwindet schnell wieder im Dunkeln. Er ist scheinbar auf dem Heimweg. Noch ist es ruhig, nur vereinzelt sind Vögel zu hören.

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Die ganze Zeit beobachten wir die Sonne. Am Horizont verdeckt sie eine trübe Luftschicht, so dass wir sie erst sehen wenn sie darüber hervortritt. Um im richtigen Moment ein schönes Foto zu machen, warten wir vor einer Schirmakazie bis es soweit ist.

Dann ist es endlich soweit. Die Sonne steht als leuchtende Kugel am Horizont.

Schon werden die ersten Stimmen nach dem Frühstück-Picknick laut. Aber vorerst wollen wir noch etwas weiter fahren und die Zeit nutzen, in der die Natur erwacht.

Gabi und Dieter sind bereits eine Stunde früher losgefahren. Sie wollen den Sonnenaufgang aus dem Heissluftballon erleben.

Schon bald sehen wir 3 Ballone in der Ferne aufsteigen, wissen aber nicht in welchem sich die Beiden befinden.

Dass sie uns dann später überfahren ist reiner Zufall. Wir winken uns gegenseitig zu und fahren dann weiter. Kurze Zeit später sehen wir, dass sie zu Boden gegangen sind.

Weiter vorne am Fluss stossen wir auf einen Marabu. Meist steht er nur bewegungslos da. Dann macht er ein paar Schritte und schaut ins Wasser, findet aber nichts und bleibt wieder stehen.

In einem kleinen Flusslauf sehen wir Nilpferde im Wasser liegen, bestimmt mehr als 20 Stück. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es seien grosse Steine. Aber dann und wann prustet eines der Tiere und hebt den Kopf. Morgen sollen wir noch mehr davon zu sehen bekommen, meint Julius.

Ich beobachte ein Paar Weissscheitelwürger. 

Zuerst fliegt der eine, dann der andere weg. Diesmal bin ich bereit und kann in fotografieren.

Inmitten grüner Blätter entdecke ich einen "Tann-zapfen", leider finden wir ihn nicht im Bestimmungs-buch.

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Gegen 10 Uhr machen wir Pause und essen unser Frühstück: Joghurt, Banane, Apfel, Kekse, Pfannkuchen und Toast mit gebratenem Speck.

Gegen 11 Uhr kommen unsere Ballonfahrer be-geistert zurück. Jedenfalls soll es für sie ein unvergessliches Erlebnis sein.

Zum Mittagessen fahren wir in die Kati Kati Lodge zurück. Das Buffet ist gerichtet und zur Auswahl stehen: Pizza, Spaghetti Bolognese und Frucht-salat.

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Nach einer Stunde heisst es Weiterfahren. Aber Vreni möchte noch schnell die Küche besichtigen. 

Dort  werden wir freudig empfangen und der Küchenchef zeigt uns persönlich das Lebens-mittellager. Wir staunen über die Einfachheit der Einrichtung. Alles ist in einem Zelt untergebracht.

Ein letzter Blick zurück aufs Camp und weiter geht es. Heute Abend werden wir wieder in einer anderen Lodge übernachten.

Eine Herde Thompson-Gazellen, das am häufigsten angetroffene Tier Afrikas.

Christine, unsere Führerin (l).

Manchmal sehen wir Zebras welche sich umge-kehrt gegenüber stehen. Damit vertreiben sie sich gegenseitig die Fliegen, halten aber auch Ausschau nach Feinden.

Den Nachmittag verbringen wir auf einer echten Safari. Wir verlassen die ordentlichen Wege und folgen einer Spur, welche uns durch ein abgelegenes Gebiet führt. Aus dem Feldweg wird schnell eine Strecke durchs Unterholz und wir müssen oft den Kopf einziehen, damit wir nicht von Ästen, welche durchs Fenster herein kommen, gekratzt werden. Wir sind ganz allein unterwegs, es gibt keine anderen Autos welche uns die Sicht verstellen oder die Tiere aufscheuchen.

Auf grossen Flächen ist das dürre Gras abge-brannt und die Bäume sind schwarz. Aber bereits nach 2 Wochen spriesst wieder das Grüne aus dem Boden und aus den Ästen.

Warum es gebrannt hat ist nicht klar. Den Strassen entlang werden Brände oft durch weggeworfene Zigaretten ausgelöst. Fern ab davon  könnten es auch Blitzschläge sein.

Gegen 4 Uhr erreichen wir das Mapito Tented Camp. Wie schon letzte Nacht, schlafen wir wieder in einem Zelt. Diese Anlage unterscheidet sich aber von der gestrigen durch einen hoher Ausbau-standard und Komfort.

Auf der gegenüber liegenden Seite des fast aus-getrockneten Flusses entdecken wir eine trächtige Löwin. Auch wir werden beobachtet. Dann geht sie weiter und verschwindet im Dickicht.

Im Schatten stehend und gut getarnt entdecken wir zwei Blauducker, bzw. Blauböcklein, auch Tik-tik genannt, die kleinste Antilopenart Afrikas. Mit ihrem graubraunen Fell und dem bläulichen Schimmer über den Rücken, sind sie leicht zu erkennen. Die Tiere sind scheue Einzelgänger. Beim kleinsten Zeichen von Gefahr fliehen sie ins Unterholz. Es braucht also etwas Glück, sie zu Gesicht zu bekommen.

Dann werden die Gepäckstücke auf die Zimmer" gebracht und wir folgen dem Träger zu Zelt Nr. 12. Übrigens das nachfolgende Zelt, das dreizehnte, heisst Tik-tik!

Zuerst werden die Reissverschlüsse des Vor-zeltes und dann die des Innenzeltes geöffnet. Wir werden hereingebeten und der Träger zeigt uns das WC und die Dusche.

Dann werden wir allein gelassen und können uns zuerst mal umsehen.

Gleich zu Beginn heisst man uns mit erfrischenden Tüchern Willkommen. Dann geht es zuerst ins Restaurant. In bequemen Sessel sitzend lauschen wir den Erklärungen und geniessen einen Fruchtsaft.

Vor uns eröffnet sich ein Luxus, wie wir ihn zwar von unserer ersten Afrikareise her kennen, hier aber nicht erwartet haben. Aber schaut euch das selber an.

Der ganze Schlafraum ist mit einem Moskitonetz umhüllt. Im Moment ist es noch offen, aber wir schliessen es gleich weil mit der Dämmerung die Plagegeister kommen.

Bis jetzt halten sich die Belästigungen noch in Grenzen. Vreni sprüht sich abends oft ein. Mir reicht es, wenn ich eine lange Hose und Socken trage.

An den seitlichen Zeltwänden gibt es Fenster mit Moskitonetzen und Verdunkelungs-rollos. Hinter dem Doppelbett steht ein Gestell um Kleider aufzuhängen. Im hintersten Teil aber, bereits schon im Freien, befinden sich Toilette und Dusche. Dazu ist ein halbrunde Mauer um das Zelt gezogen. So im Freien auf der Schüssel sitzend die Sterne beobachten, ist schon ein besonderes Feeling.

Es fehlt nur noch, dass morgens beim Duschen eine Giraffe herein schaut.

Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, gehen wir ins Restaurant und genehmigen wieder einmal einen GinTooonic. Dank des guten Internets skypen wir wieder einmal mit Lili und bewundern Jarkko, unsern jüngsten Enkel.

Oft spricht Vreni davon, wie schön es wäre, wenn sie jetzt zu Hause und bei den Kindern wäre. Dann schauen wir zusammen die Fotos und Videos an, welche wir von Lili dann und wann bekommen.

Mittwoch, 6. Juli 2016  Serengeti

Nach dem Frühstück werden die Zelte geräumt und das Gepäck in die Fahrzeuge verstaut. Dann werden noch die Lunchboxen auf die Autos verteilt und es geht los auf eine weitere Pirsch-fahrt.

Heute um 13 Uhr läuft die Bewilligung für den Besuch der Serengeti ab und wir müssen ihn dann verlassen haben, andernfalls setzt es eine Busse ab.

Das wichtigste Ziel für den Moment sind die Hippos (Flusspferde). Wie gestern versprochen, sollen wir heute mehr als genug davon zu  sehen bekom-men. Darum fahren wir zum Hippo-Pool.

Dann wird auch klar, warum das Wasser zur Jauche wird: Zum einen kommt kaum frisches Wasser in den Pool weil die Regenzeit vorbei ist, und zum anderen lassen sie ihren Kot ins Wasser und während sie dieses "Geschäft" machen, verteilen sie die Sache mit ihren kurzen wirbelnden Schwänzen.

Schon vor dem Aussteigen merken wir, dass hier etwas ganz Besonderes sein muss. So wie es hier stinkt, das hatten wir noch nie. Und dann sehen wir es auch. Geschätzte 100 Hippos tummeln sich eng beieinander in einer Pfütze. Immer wieder prustet eines und dabei sehen wir, dass sie in der Jauche liegen und davon kommt der Gestank.

Hippos werden bis zu 2 Tonnen schwer und werden gegen 40 Jahre alt. Sie sind nachtaktiv und verlassen die Tümpel um zu weiden. Dabei gehen sie viele Kilometer weit auf immer den gleichen Pfaden. Gegen Morgen, bevor die Sonne kräftig scheint, kehren sie ins Wasser zurück um ihre empfindliche Haut vor der Sonne zu schützen.

Bei ihren nächtlichen Ausflügen fressen sie bis zu 150 kg Gras.

Mit ihren kurzen Beinen und ihrem dicken Körper wirken sie gemütlich und träge. Werden sie aber gereizt, geraten sie in Rage und können sehr schnelle Angreifer werden.

Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt einer Mutter mit einem Jungtier. Dieses geht unbe-kümmert umher und die Mutter achtet darauf, dass kein Bulle in dessen Nähe kommt. Allein schon mit ihrem Blick vermag sie allfällige Angreifer zu vertreiben. Offenbar stellen diese für die Kleinen eine Gefahr dar. Wenn sie dann angreift, genügt es ihr nicht dass der andere Reissaus nimmt. Sie attackiert ihn weiterhin von hinten und schlägt mit ihren grossen Hauern auf den Rücken des Feindes.

Auf dem weiteren Weg entdecken wir nochmals Löwen. Sie liegen im Schatten und lassen die Zeit vergehen.

Genau so geht es mir mit den Webervögel. Sie sitzen den ganzen Tag in der Nähe der Nester und aus dem Innern höre ich Gepiepse. Aber ich sehe nie einen, der ins Nest kriecht.

Immer wieder sehe ich den Scharlachspint. Aber einmal ist er zu weit weg, dann wieder steht er im Schatten oder fliegt gleich los und ich bin zu spät dran.

Dann sehe ich ein Exemplar in der Nähe und nehme ich mir die Zeit zu warten bis er weg fliegt.

Bevor wir endgültig die Serengeti verlassen fahren wir noch zum Airstrip, dem kleinen Flugplatz im Zentrum des Parkes. Hier kommen die Touristen an, welche Afrika für ein paar Tage bereisen wollen und für einen Tag in die Serengeti kommen. 

Weniger kann man für sich selbst kaum tun - Afrika zu bereisen und seine Seele zu erahnen braucht Zeit!

Julius muss uns hier noch registrieren damit wir ordnungsgemäss ausreisen dürfen.

In Afrika wird immer alles und bei jeder Gelegenheit registriert. Das heisst, dass man sich in ein Heft eintragen muss. Selbst beim Überqueren eines Staudamms wird das notwendig. Die Heft sehen dann jeweils auch so zerfleddert aus, dass man sieht, dass mit der Registrierung nichts weiter gemacht wird. Reine Beschäftigungstherapie mit Anspruch auf Lohnzahlung.

Eigentlich soll es nur 15 Minuten dauern. Aber daraus wird wieder eine gute Stunde.

Niemand weiss was in dem Kabäuschen abläuft, wo sich alle Fahrer sammeln.

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Endlich geht es weiter.

Am symbolischen Gate zur Serengeti halten wir an um ein Gruppenbild unseres Fahrzeugs zu machen.

Bis zum Gate, welches den Austritt aus dem Ngorongoro-Krater bedeutet geht es in rasendem Tempo über die Piste. 

Oft mit 80, meist aber mit 70 kmh werden wir durchgeschüttelt und sind froh, als wir endlich wieder Asphalt unter den Rädern haben.

Nach einem nochmaligen Blick auf den Krater kehren wir nach Doffa zurück, wo unsere WoMos auf uns warten.

Damit enden 5 schöne und beeindruckende Tage in der Wildnis.