Zwischenzeit 3

Jan./Febr. 2019,  zu Hause

Bereits während der langen Wartezeit habe ich begonnen für Jarkko ein WoMo zu bauen. Er spricht die ganze Zeit von unserem kaputten WoMo und möchte es sehen. Sieht er eines auf der Strasse, so sagt er: "WoMo nöd kaputt!"

​

Zu Weihnachten hat er es dann bekommen. Seither wird es an jedem Tag aus- und einge-räumt.

Dann habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, was ich am WoMo alles Umbauen und Erweitern will. 

Auf Grund der Erfahrungen während der hinter uns liegenden Reise ist eine lange Liste entstanden. 

​

​

Hier die Wichtigsten:

- Ersatz der AGM durch Lithium-Batterien 2 x 90Ah

- Batteriemanagementsystem zur intelligenten

   Batterieüberwachung via Bluetooth

- MPPT Solarregler, einer pro Panel (Redundanz)

- Ladegerät mit Spannungsbereich 100 - 240V 

   (wichtig für USA!)

- Insektenschutz-Schiebetür um den Schlafraum

   zu schützen

- und und und . . .

​

​

Lithium Batterien:

Meine Wahl fiel auf 2 Victron Energy LiFePO4 Smart 90Ah. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen hat mich das Batterie Management System BMS 12-200 überzeugt. Es verhindert ein Über- und Entladen und schützt somit vor vorzeitiger Alterung. Ganz wichtig ist auch, dass die Spannungen der einzelnen Zellen überwacht und diese bei Bedarf ausgeglichen werden. Dazu verfügen die Batterien über ein Bussystem welches mit dem BMS kom-muniziert. Ein weiterer Vorteil ist, dass via Bluetooth und einer App auf dem Handy der Ladezustand abgefragt werden kann.

Gewisse Reedereien weigern sich Fahrzeuge mit Lithium-Batterien zu befördern. Das hat einen historischen Hintergrund. Frühere Lithium-Batte-rien waren anders aufgebaut und bei Störungen konnten diese brennen.

Heutige Batterien von der Bauart LiFePO4 werden in Schiffen und Flugzeugen eingesetzt und sind bezüglich Sicherheit den Bleibatterien gleichzu-stellen. Das neue Wissen hat sich aber noch nicht durchgesetzt. Es empfiehlt sich aber, dies den Kontrolleuren der Reedereien nicht auf die Nase zu binden.

Solarregler:

Das Gleiche gilt auch für die zwei Solarregler von Victron. Hier kann ich via Handy den aktuellen Strom ablesen, den jedes Solarpanel abgibt. So kann ich auch schnell ein Problem mit den Panels eingrenzen. Als Goodie kommt dazu, dass ich eine Bilanz über die Solarenergie der vergangenen Tage anzeigen kann.

​

Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass Probleme mit der Stromversorgung fast nur während der Reise auftreten. Da ist man dann oft in einer schwierigen Situation, um das Problem einzugrenzen.

Darum habe ich die Anlage noch durch folgende Elemente erweitert:

- Strommesser um den Ladestrom dauernd anzei-

  gen zu können.

- Batterietrennschalter: Damit kann ich wahlweise Batterie 1 oder 2 oder 1 + 2 aufschalten. Ist das WoMo auf dem Schiff, schalte ich beide Batterien aus. Damit bin ich sicher, dass ich nicht mit entladener Batterie ankomme.

Bisheriges Elektronikmodul des WoMos:

Es bleibt eingebaut weil von hier aus die Ver-teilung und Absicherung der 12V für die verschie-denen Verbraucher erfolgt.

Lediglich den 12V-Ladeausgang des Moduls, welcher bisher auf die Batterie führte, habe ich unterbrochen. Das Laden der Batterien durch den Landstrom erfolgt jetzt über ein Ladegerät von Fraron mit einem Spannungsbereich von 100 - 240V 50/60Hz.

Apropos "volle Batterien": 

Von den herkömmlichen Batterien (GEL, AGM) ist man sich gewohnt, dafür zu sorgen, dass sie immer platschvoll sind.

​

In der Praxis ist es auch wichtig, damit man genü-gend Energie hat wenn man sie benötigt. Es ist ja auch so, dass die Lebenserwartung dieser Batterien stark davon abhängig ist, wie oft man sie lädt und vor allem wie tief man sie entlädt. Vernünftigerweise sollten sie nicht tiefer als 50% entladen werden.

Bei Wohnmobilen, welche pro Jahr nur etwa 3-5 Wochen gefahren werden, dann meist auch noch am Landstrom hängen, ist in der Regel das kalendarische Alter für den Ausfall entscheidend. Die Batterie "verhungert"!

Aber bei uns "Weltreisenden ist dies ja nicht der Fall.

Bei Lithium-Batterien ist das anders:

Sie werden nur halbvoll gelagert und verkauft. 

Dauernd voll geladen reduziert sich die Lebens-dauer erheblich. Darum ist ein sinnvolles Eigen-Management des Ladezustandes zu empfehlen. Das heisst, ich muss mir über den Energiebedarf von heute Abend oder Morgen klar werden und dafür sorgen, dass die Batterie nicht mehr geladen wird als notwendig.

​

Nicht einfach ist dies beim Fahren, da sie via Lade-booster (was eigentlich dazu gehört!) automa-tisch und immer geladen wird bis sie die Lade-Endspannung erreicht hat. Gerade das aber ist nicht immer rechtzeitig zu erkennen.

​

Beachte dazu auch folgenden Artikel:

Amumot - Lithium-Batterien-LiFePO4-richtig-laden

​

Hier ein kleiner aber bildhafter Ausschnitt:

Amumot habe ich als kompetenten und verläss-lichen Partner kennengelernt.

Ein Autoreifen hält, wenn man nicht fährt, auch deutlich länger – trotzdem fahren die Leute damit und nehmen den Verschleiß in Kauf. Fährt man mit dem Reifen wie bei der Formel 1, ist er nach wenigen Kilometern abgefahren. Fährt man damit vorausschauend und in den Kurven etwas langsamer, halten Autoreifen deutlich länger.

Gleiches gilt für Lithium Batterien: Nutzt man nur 70% der Kapazität sind 5-7000 Ladezyklen drin – nutzt man die volle Kapazität sind es nur noch 1000 Zyklen. Beide Zahlen sind immer noch ein Vielfaches der zu erwartenden Lebenser-wartung von Bleibatterien.

Wie mache ich das?

Bevor ich losfahre schaue ich wieviele Prozent ich noch habe, zum Beispiel 50%.

Ich möchte also 20% dazu laden, so dass ich 70% habe, Mehr brauche ich heute Abend nicht und morgen werde ich wieder fahren.

Bei 180Ah (meine 2 Batterien zu 90Ah) sind dies 36Ah. Wenn ich nun weiss, mit wieviel Ampere der Ladebooster die Batterien lädt, zB. 40A, weiss ich, dass ich nach etwa einer Stunde den Lade-booster ausschalten muss - aber wie?

Ich habe mir dazu im Fahrerhaus, da wo die zwei Leitungen an der Fahrzeugbatterie angeschlos-sen sind und die Kabel nach hinten führen, einen leicht zugänglichen Sicherungsautomaten (80A) eingebaut, den ich manuell ein- und ausschalten kann.

Dazu muss ich einfach einmalig den Strom messen, den der Ladebooster aufnimmt. Der ist meistens über eine lange Ladezeit etwa gleich. Davon gehen dann etwa 80% in die Batterien.

​

Zu kompliziert?

Ja, ist bestimmt nicht in dieser Form jedermanns Sache. 

Aber beachte:  Es kommt nicht auf die genauen Prozentwerte an. Es soll einfach im Interesse der Lebensdauer der Batterie nicht dauernd voll geladen werden.

Um in Australien gegen die lästigen Mücken und Fliegen gewappnet zu sein, habe ich beschlos-sen, den Schlafbereich mit einer Plissée-Schiebetüre zu verschliessen.

​

Zuerst habe ich die Orte bestimmt, wo der Rahmen befestigt werden muss damit er dicht schliesst. um ihn dann mittels passgenauen Leisten für die Montage vorzubereiten.

Dann habe ich Höhe und Breite ausgemessen und einige Angebote eingeholt.

Das technisch Beste, ich musste den Rahmen nicht selbst auf Mass zusägen, ist aus Deutsch-land gekommen (insetto.de).

Innerhalb einer Stunde war es eingebaut.

Im Bild oben ist der Alkoven zu sehen und im Hintergrund die Türe zum Fahrerhaus.

​

Nun müssen wir nur noch dafür sorgen, dass wir selbst keine Biester mit hineinbringen.

Zurück

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit.